Kunst Forum Weil der Stadt

 

Christine Braun - Claudia Rasmussen

„Gegenüber“

12.3. - 9.4. 2017

 

   Vor dem Ansturm des Vernissage-Publikums - LKZ-Bildreporter ohne Berührungsängste

   Begrüßung der Stadt WDS, Frau Widmaier  - Begrüßung 1. Vorsitzende Frau Dingethal

Beginn der fulminanten Einführungsrede von Adrienne Braun:

„Ich freue mich, Sie begrüßen zu dürfen. Und allzu gern würde ich klar und deutlich, wach und forsch zu Ihnen sprechen, beherzt und raumfüllend, aufrecht und mit lauter Stimme. Allein, ich wag es nicht. Ich traue mich kaum, zu schnaufen und zu atmen, erst recht nicht, zu gestikulieren, um ja nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten - und das zu zerstören, was Christiane Braun hier in liebevoller Feinarbeit erschaffen hat. Wobei: Was heißt schon liebevoll? Ist es nicht eher tückisch, was sie hier auf den kühlen Fliesen der Kapelle installiert hat? Wie sie uns gängelt, uns zwingt, furchtsam alle Konzentration auf ihre Arbeit zu lenken? Sie stellt gemeinsam mit Claudia Rasmussen aus – aber macht es den Besuchern schwer, die Werke der Kollegin anzuschauen, weil wir ständig den Blick auf den Boden richten müssen und nicht wie gewohnt kontemplativ in die Arbeiten versinken können.“  -  Lesen Sie weiter unter...   http://www.kunstforum-weilderstadt.de/pdfs/Einfu%CC%88hrungsrede%20von%20Adrienne%20Braun.pdf

Erstaunlicherweise können sich die Bilder von Rasmussen "gegenüber" der starken Irritation durch die Salzstangen-Bodeninstallation ihrer Kollegin Braun nicht nur behaupten, die Arbeiten interagieren: Kräftiges Schwarz (Tusche, Kohle, Ölpastell), ungestümer Farbauftrag (gespachtelt, geschmirgelt, gewischt), und diese Riesenformate konterkarieren die zerbrechlich-filigranen Salzstangen, die sich farblich nur wenig von den Fliesen in der Wendelinskapelle abheben. Gleichzeitig wird der starke Gestus in den Bildflächen durch das Netzwerk des Salzstangenfeldes, das sich wie ein Zugvogelschwarm zu einer wolkigen Bewegung verdichtet, in den Kapellenraum ausgeweitet. Der Besucher findet sich in einem expressiv-abstrakten gesamt-räumlichen Liniengefüge wieder und muss dabei aufpassen, nicht konkret-tolpatschik das Kunstwerk teilchenweise zu zerstören. Man muss sich ja nicht gleich so artistisch herausfordern lassen wie oben der Fotograf der Leonberger Kreiszeitung. Eines seiner Ergebnisse findet sich angehängt an die Kritik von Sylvia Hüggelmeier in der LKZ vom 14.3.2017: